Die Achse des Guten

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Online-Tagebuch der Mitglieder des publizistischen Netzwerks
Updated: 1 hour 34 min ago

Die stärkste Zivilgesellschaft der arabischen Welt

30. July 2010 - 0:11
(Gastautor)

Gil Yaron

Nach vier Jahren hat Israel die Blockade des Gazastreifens erleichtert. Mancherorts ist der Wandel bereits spürbar, trotzdem bleibt das Leben im verarmten Landstrich weit von Normalität entfernt. Die Hamas profitiert von den Entwicklungen, und versucht immer mehr, den Menschen einen islamischen Lebenswandel aufzuzwingen.

Eine Veränderung fiel Lana Schahin, eine junge Journalistin aus Gaza, sofort auf: „Endlich muss man Cola-Dosen nicht mehr abwaschen, bevor man aus ihnen trinkt“, sagt Schahin. „Israelische Cola ist teurer als die Cola, die aus Ägypten eingeschmuggelt wird. Aber sie schmeckt besser, und die Dosen sind nicht voll mit Sand aus den Schmugglertunneln“, sagt Schahin. In ganz Gaza räumten Bewohner die Regale mit israelischen Erfrischungsgetränken leer. Doch auch wenn in Gaza die Zähne nach einem Softdrink endlich nicht mehr knirschen, ist der Landstrich noch weit davon entfernt sich von vier Jahren Blockade zu erholen.

„Grundlegend hat sich nichts verändert“, sagt der palästinensische Menschenrechtler Radschi Surani. Die Wirtschaft liegt brach: ohne Rohstofflieferungen mussten Fabriken schließen, geschlossene Grenzübergänge schnitten die Exportrouten ab. Die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei 68%. Dass Israels Regierung nach dem Debakel der blutigen Übernahme eines türkischen Schiffes vor einem Monat die Blockade Gazas einschränkte wird daran nichts ändern.

Manche glauben an ein Ende der Belagerung. Die Preise von Gebrauchtwagen fielen bereits um 50%, weil Israel die Einfuhr von PKWs gestatten will. Auch andere Güter sind wieder erschwinglich, seitdem wieder mehr Lastwagen nach Gaza gelassen werden. Während der Blockade kamen im Durchschnitt 100 Lastwagenladungen am Tag nach Gaza, jetzt stieg die Zahl auf mindestens 250. Nicht nur der gelieferte Umfang, auch die Vielfalt hat zugenommen. Bisher durften nur Güter hinein, die sich auf einer Geheimliste befanden, jetzt sind nur Artikel verboten, die sich auf einer Liste der Armee befinden, wie Waffen, Dünger, aus dem Sprengstoff gefertigt werden kann, Nachtsichtgeräte, Drehbänke, oder Epoxykleber. Trotzdem ist der Wandel kein Anlass für Optimismus: „Im Gegenteil: Ich fürchte, dass die Belagerung jetzt zu einer dauerhaften Einrichtung werden könnte“, sagt Surani.

Prinzipiell kann man in Gaza alles kaufen, wenn auch zu einem höheren Preis, weil die Waren durch Tunnel eingeschmuggelt wurden. Der Schmuggel ermöglichte der Oberschicht ein gutes Leben: Sie trifft sich in Luxusrestaurants, schwimmt daheim oder in einem vor kurzem eingeweihten Schwimmbad und kauft in einem nagelneuen Einkaufszentrum ein: „Das Problem ist nicht das, was reinkommt, sondern dass nichts rauskommt“, sagt Chris Gunness, Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNRWA. Vor zehn Jahren arbeiteten 26.000 Palästinenser aus Gaza in Israel, jetzt dürfen nur noch rund 95 Menschen am Tag nach Israel, meist für medizinische Behandlung. „Rund 80% der Bewohner Gazas hängen von uns ab“, sagt Chris Gunness. „Mehr Hilfslieferungen ändern daran nichts. Sie brauchen Rohstoffe für Fabriken und die Möglichkeit, ihre Produkte zu exportieren.“ „Es ist eine von Menschenhand geschaffene Katastrophe“, sagt Surani. Viele wissen nicht, was sie mit sich anfangen sollen, und schlucken Betäubungsmittel. Hilflose Ehefrauen drängen in die psychologischen Kliniken, um Hilfe für Männer zu suchen, die daheim tagelang benommen auf dem Boden liegen.

Baumaterialien dürfen nur in begrenztem Mengen eingeführt werden. Die Armee gab 41 Bauprojekten grünes Licht. „Diese Erleichterungen sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Gunness: „Im letzten Krieg wurden 60.000 Häuser beschädigt. Wir mussten etwa 39.000 Schulkinder abweisen, weil wir keine neuen Klassen bauen können“, sagt Gunness. „Die gehen jetzt in die Schulen der Hamas.“

Die Menschen in und um Gaza sind sich einig, dass die Islamisten politisch zuerst von der Blockade, und jetzt von den Erleichterungen profitieren: „Für sie sind es ideale Bedingungen“, sagt Surani. „Viele hassen die Hamas und machen sie für unsere Misere verantwortlich“, sagt ein Journalist aus Gaza, der anonym bleiben will: „Aber sie haben Angst zu protestieren.“ Im vergangenen Jahr soll die Hamas mindestens 62 Menschen auf offener Straße erschossen haben, schätzt der palästinensische Menschenrechtler Bassam Id. Nun hat die Hamas auch damit begonnen, vermeintliche Kollaborateure hinzurichten. Sie verurteilte 20 Menschen zum Tode, fünf wurden bereits offiziell hingerichtet. Verhaftungswellen gegen politische Gegner gehören zum Alltag.

Noch ist ihre Macht nicht absolut: „Sie ist sehr vorsichtig“, sagt Schahin. „Hier in Gaza lebt die stärkste Zivilgesellschaft der arabischen Welt. Die andauernde Abhängigkeit könnte sie jedoch zerstören“, sagt Surani. Trotzdem versuchen die Islamisten, der Bevölkerung ihren islamischen Lebensstil aufzuzwingen: Mal erließ die Hamas ein Verbot für Männer, Frauen die Haare zu schneiden. Dann wollte sie weiblichen Anwälten und Schülerinnen den Schleier aufzwingen. Frauen dürfen in Gaza nicht mehr Motorrad fahren oder nach Mitternacht auf Partys gehen. Seit Mitte Juli dürfen sie auch keine Wasserpfeifen mehr rauchen. Viele dieser Regeln werden nicht durchgesetzt: „Sie haben Gespür für die Stimmung“, sagt Schahin. Die Gesetze würden nur durchgesetzt, wenn es keinen Aufschrei gäbe. Löse ein Dekret jedoch Proteste aus, „macht die Hamas ganz schnell einen Rückzieher und erklärt, sie sei missverstanden worden.“

Trotzdem verschärft die Hamas ihren Tenor in Gaza zusehends. Diese Woche verhing sie ein Verbot, Damenunterwäsche in Schaufenstern auszustellen. Ein Professor erzählte unserer Zeitung von Misshandlung durch Hamas-Polizisten: „Sie hielten mich und meine Frau im Auto an. Sie stürzten sich auf mich, weil ich keine Dokumente bei mir hatte, die bewiesen, dass die Frau in meinem Wagen meine Gattin ist“, so der Dozent. Ein T-Shirt Produzent wurde verhaftet, weil er die Aufschrift „Porn Man Clothing“ auf seine Hemden gedruckt hatte. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit wurde die Wirtschaftsmacht der Hamas jedoch zum wichtigsten Machtinstrument: „Wer nicht Mitglied der Hamas ist, findet in Gaza keinen Job mehr“, sagt K aus Gaza, der ungenannt bleiben will.


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Wenn einem so viel Gutes widerfährt - das ist schon einen Asbach Uralt wert

30. July 2010 - 0:01
(Fundstück)

Der Teheraner BürgermeisterMohammad Bagher Ghalibaf hat Hannover besucht und durfte sich bei der Gelegenheit auch gemeinsam mit dem iranischen Botschafter Ali Reza Sheikh-Attar in das goldene Buch der Stadt eintragen – und ein Foto mit Gerhard Schröder gab es noch obendrauf.
http://freeirannow.wordpress.com/2010/07/29/islamfaschisten-in-deutschland-immer-wieder-willkommen/


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Hamas lässt die Höschen runter

29. July 2010 - 23:53
(Fundstück)

Die radikalislamische Hamas schränkt die Rechte der Bürger im Gaza-Streifen weiter ein. Ein neues Gesetz untersagt es Ladenbesitzern, Damenunterwäsche in Schaufenstern auszustellen - und erlaubt der Polizei eine Überwachung weiblicher Kundschaft. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709128,00.html


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Du Opfer!

29. July 2010 - 23:45
(Fundstück)

Für die Linke als Koalitionspartner in Berlin steht dagegen fest, dass es mit ihr keine geschlossenen Heime in Berlin geben wird. „Wer glaubt, dass er die Kinder, die Opfer sind, wegschließt und damit das Problem löst, der irrt gewaltig“, sagte Wolfgang Albers, stellvertretender Landesvorsitzender der Linken. Solche Kinder müssten vielmehr aus ihren Milieus herausgelöst werden. Geschlossene Heime dagegen seien „keine adäquate pädagogische Maßnahme“. Es gebe in den bisher vorhandenen Einrichtungen ohnehin schon die Möglichkeit, zum Beispiel Besuche für die Kinder zu sanktionieren.
http://www.tagesspiegel.de/zeitung/wowereit-kriminelle-kinder-wegsperren/1893600.html

Der Datenschutzbeauftragte Alexander Dix sagt, die „Schülerdatei“ sei in Abstimmung mit seiner Behörde entwickelt worden. „Ich warne davor, dass Daten etwa über Fehlzeiten in der Schule automatisiert, ungefragt und routinemäßig weitergeleitet werden.“ Kritisch sieht er eine zu enge Einbindung der Jugendämter in die Vernetzung der Behörden: „Das Sozialgeheimnis dient dem Kinderschutz“, sagt er und widerspricht Heisigs Klage, wonach der Datenschutz zum Täterschutz werde. Für Dix darf das Sozialgeheimnis nur in eng begrenzten Ausnahmefällen durchbrochen werden. Außerdem verstoße ein routinemäßiger Datenaustausch gegen Bundesrecht. Sonst werde die Vertrauensbasis des Jugendamtes zu Kindern und Jugendlichen erschüttert.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/landespolitik/junge-kriminelle-profitieren-vom-datenschutz/1893674.html


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Jetzt wird Australien abgewrackt

29. July 2010 - 20:53
(Dr. Oliver Marc Hartwich)

Eigentlich hielt ich die Abwrackprämie für eine derart hinrissige Idee, dass sie nur von deutschen Politikern erdacht werden konnte. Aber seit der erfolgreichen Vernichtung von zwei Millionen verkehrstüchtigen Fahrzeugen in Deutschland sind auch andere Länder auf den Geschmack gekommen.

So auch Australien, wo Premierministerin Julia Gillard gerade die Einführung einer “Umweltprämie” angekündigt hat. Das kam mir seltsam bekannt vor, und daher ist es höchste Zeit, den Aussies einmal in der Zeitung “The Australian” zu erzählen, warum die Vernichtung von Werten keine wertschaffende Maßnahme ist:

Scrap ‘Cash for Clunkers’ scheme, not older cars

Prime Minister Julia Gillard’s “Cash for Clunkers” scheme may have borrowed its nickname from Barack Obama’s car-scrapping program. But the actual idea is “made in Germany”.

Germany is not only the country in which cars were invented. It’s also the country that invented the policy to destroy them while they are still fully operational. And it is also the best example to study why “cash for clunkers” schemes are a piece of economic lunacy.

During the economic crisis in early 2009, the German government started giving cash benefits to owners of old cars if they scrapped and replaced them. It was, of course, entirely accidental that the policy coincided with an election campaign and that the funds allocated to the scheme were meant to last until polling day.

Hier weiterlesen.


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Duisburg oder München. Das große Geschnatter

29. July 2010 - 19:34
(Wolfgang Röhl (Gastautor))

Vor zehn Jahren oder so habe ich mit meiner Frau das Münchner Oktoberfest besucht. Alles war war sehr drängelig auf den so genannten Wiesn und nur halb so lustig, wie wir es uns vorgestellt hatten. Am Abend fuhren wir mit der U-Bahn in die Richtung, wo unser Hotel lag. Die Bahn war brechend voll. Der Bahnsteig der Station, wo wir aussteigen wollten, war eine einzige, wogende Menschenmenge. Wir kamen kaum aus dem Abteil raus, weil sofort nach Halt des Zuges Massen die Waggons stürmten. Die Stimmung war aggressiv…


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Europe’s Jewish problem

29. July 2010 - 13:03
(Fundstück)

Every time we force European dignitaries to visit Yad Vashem, we rub their noses in what they allowed; a return to scenes of their crimes. We make them pay when they see how vibrant we are and - the ultimate snub, except for Russia - with an army more powerful than their own! Deliberately, methodically, Europe became Judenrein; instead it has mosques and veils, and primitive Islamic laws to worry about. http://www.ynetnews.com/articles/1,7340,L-3925101,00.html


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Die Ökostadt als Terrorpartner

29. July 2010 - 12:20
(Gastautor)

Matthias Küntzel

Die Weltgemeinschaft ist sich einiger denn je, dass Ahmadinedschads Regime keine Atombombe haben darf. Auf allen Kontinenten wird verstärkt nachgedacht, wie der Druck auf Teheran erhöht werden kann. Nicht so in Freiburg. Hier, im südwestlichen Zipfel der Bundesrepublik, wo einst die „Atomkraft? Nein, danke!“-Bewegung ihren Ausgang nahm, feiert diesen Sommer die Ökometropole den zehnten Jahrestag ihrer Städtepartnerschaft mit Isfahan, der drittgrößten Stadt des Iran. Gegensätzlicher könnte eine Städteverbindung nicht sein: Hier die atomwaffenfreie City, dort das Atomwaffen- und Raketenzentrum Isfahan. Hier Deutschlands Fahrradmetropole, dort das Fahrradverbot für Frauen. Hier die Musterstadt des Liberalismus, dort die ungezügelte Diktatur. Hier der grüne Bürgermeister, dort die Hinrichtungen „grüner“ Regimegegner.
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article8696600/Oekostadt-Freiburg-und-das-iranische-Raketenzentrum.html

Siehe auch: Antisemiten in Weimar
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article8672680/Erklaerung-ueber-die-Antisemiten-in-Weimar.html


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Kritik der Urteilslosigkeit

29. July 2010 - 12:07
(Bernd Zeller)

Es wäre interessant zu erfahren, ob solche Urteile wie in http://www.badische-zeitung.de/angriff-auf-familienvater-jugendgericht-verurteilt-schlaeger-quartett als Rechtsbeugung bezeichnet werden können, denn so sehen sie aus. Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden: man bezeichnet nicht nur so ein Urteil, sondern dieses Urteil als Rechtsbeugung und den Richter als Rechtsbeuger. Der Richter wird in eigenen Angelegenheiten weitaus weniger duldsam sein und genauso gnadenlos wie mit den Opfern verfahren und wegen Verübelung klagen. Seine Richterkollegen geben ihm Recht, erst in Karlsruhe wird in der Sache entschieden. Vorsatz kann man voraussetzen; man kann annehemen, dass der Richter die Gesetze, die er nicht anwendet, kennt, oder zumindest weiß, wo sie stehen. Allerdings ist ihm zugute zu halten, das er höchstwahrscheinlich eine leichte Kindheit hatte und sich immer noch keinen Ärger einhandeln möchte. Schuldvorsatz kann daher ausgeschlossen werden, die Leute können nie was dafür. Schade, so wird man wieder nicht erfahren, ob es sich um Rechtsbeugung handelt.


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Henryk M. Broder down under

29. July 2010 - 11:24
(Dr. Oliver Marc Hartwich)

Auch für Henryk M. Broder gibt es noch Premieren. Heute Abend war er zum ersten Mal im australischen SBS Radio zu hören. Und hier kann man es sich noch einmal anhören:

http://sites.google.com/site/australiawirtschaftsreport/aktuelle_sendungen/wirtschaftsreport-vom-29-juli-2010


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Danke, Theo! Zum Tod eines Großen

29. July 2010 - 8:39
(Wolfgang Röhl (Gastautor))

Gestern ist, mit 88 Jahren, ein ganz Großer von uns gegangen. Theo Albrecht hat mehr für die deutsche Bevölkerung getan, als mancher Kanzler, als viele Schriftsteller, als Theaterintendanten, Gewerkschaftsbosse oder Kirchenfürsten. Theo Albrecht und sein Bruder haben uns den realen Lebensmittel-Sozialismus geschenkt: prima Produkte für lächerlich wenig Geld. Aldi ist angewandte Gleichheit. Bei Aldi kaufen die Zahnarzt-Gattin, die Beamtenfrau und der Hartz IV-Empfänger und sind gleichermaßen zufrieden. Auch für mich gehören Aldi-Öl, Aldi-Lachs und Aldi-Champagner seit vielen Jahren zum unverzichtbaren Lebensmittelstandard. Meine Katzen wollen nur die leckeren Aldi-Knabberstangen, lehnen dieses Zeug von Rewe ab. Theo Albrecht ist stinkreich geworden, aber das hat ihm keiner angekreidet.

Mensch und Getier neigen das Haupt in Dankbarkeit.


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Zu viele Problemverstärker

29. July 2010 - 8:09
(Bernd Zeller)

Kritik am falsch verstandenen Islam und den irregeleiteten Islamisten zieht sich, da es sich bei ihnen größtenteils um Leute mit ethnischen Wurzeln und daraus resultierender Kultur handelt, den nicht näher zu untersuchenden Verdacht zu, hier würde, billigend inkaufgenommen oder unbemerkt, die ausländerfeindliche These vertreten, demnächst gäbe es vielleicht doch zu viele Ausländer in Deutschland oder unter den Ausländern zu viele mit Migrationshintergrund. Wir wollen diesem Verdacht nicht ausweichen, sonden analytisch behandeln.
Ob etwas zu viel ist, richtet sich nach dem Bezugssystem. Jede Bereicherung erreicht ihren Sättigungsgrad. Deshalb ist zu erfragen, woran ein „zu viel“ gemessen werden soll.
Deutschland ist schon immer multikulturell, alle glauben, nicht die typischen Deutschen zu sein und sich von der Mehrheit abzusetzen, jeder findet sich mit seiner Meinung dem Mainstream diametral entgegengesetzt, diskriminiert und verfolgt. Das ist auch gut so, das ist das Zeichen einer pluralistischen Gesellschaft. Gemessen an einem Gemeinwesen, das diese Werte nicht nur beansprucht, sondern vertritt, hat die Frage nach der Zahl der Zugezogenen den gleichen Sinn wie die, ob der Tag zu viele Stunden hat oder ob ein Kilometer zu lang ist. Hätten wir


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Die Rückkehr des europäischen Antisemitismus

29. July 2010 - 7:50
(Fundstück)

”...Aber eines war klar, damals an der Schule und später an der Uni: Niemals würden wir es zulassen, dass jemals wieder ein ähnliches Verbrechen geschehen würde. Weder an den Juden noch an sonst jemandem. In der Praxis hat allerdings schon damals kaum jemand hingesehen, als die Khmer Rouge ein Viertel ihrer Bevölkerung ausgerottet haben. Und als 1994 in Ruanda innerhalb von drei Monaten fast eine Million Tutsis abgeschlachtet wurden – unter dem Schirm der UNO und den Augen der Weltöffentlichkeit – hat es hierzulande nicht einmal für eine Lichterkette gereicht. Hätten die Hutus statt der Tutsis die Berggorillas niedergemetzelt, hätten wir das sicher nicht so einfach durchgehen lassen. Wie auch immer. Zumindest der Antisemitismus war irgendwann als Thema abgehakt. Erledigt. Wir doch nicht. Nicht unsere Generation. Antisemiten, das waren die anderen, die Gestrigen..” Hier lesen


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Neues aus dem Rechtsstaat

29. July 2010 - 3:59
(Fundstück)

Inzwischen gab Iran dem internationalen Druck etwas nach und setzte die Vollstreckung „vorerst“ aus. Die Mutter zweier Kinder aber bleibt weiterhin in ihrer Todeszelle in Tabriz. Stattdessen fahndet die Justiz nun nach ihrem Rechtsanwalt Mohammad Mostafaei, einem bekannten Kritiker iranischer Strafpraxis. Sie wirft ihm vor, die internationale Aufmerksamkeit auf den Fall gelenkt zu haben. Das staatliche Fernsehen sprach dann auch von einer durch die USA und Israel betriebenen Propagadakampagne. Um Mostafaei zu zwingen, sich zu stellen, nahm die Polizei am Wochenende seine Familie in Sippenhaft. Ehefrau und Schwager sitzen seither hinter Gittern, die Anwaltspraxis in Teheran wurde verwüstet.
http://www.tagesspiegel.de/politik/steinigung-von-frau-aufgeschoben/1892464.html
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Sakineh-Ashtianis-Anwalt-verschwunden/story/15328899


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Boston Legal

29. July 2010 - 0:43
(Hannes Stein)

Zunächst ein Geständnis: Ich schaue mir jeden Sonntagabend auf “my9” die Serie “Boston Legal” an, ich bin beinahe süchtig danach—obwohl es sich um Wiederholungen handelt, neue Folgen werden schon seit zwei Jahren nicht mehr gedreht, was Anlass zu großer Trauer und ein Schaden für die Kultur dieses Landes (ich meine Amerika) ist.
Die jüngste Wiederholungsfolge brachte nun eine, wie ich finde, spannende juristische Denksportaufgabe.
Alan Shore (James Spader), der als Linksliberaler ohne Wenn und Aber für das Recht der Frauen auf Abtreibung ist, entschließt sich, ein 15-jähriges chinesisches Mädchen vor Gericht zu vertreten, das sein ungeborenes Kind gegen den Willen seiner Mutter töten lassen möchte. Nach den Gesetzen des Staates von Massachusetts (die Serie spielt, wie gesagt, in Boston) dürfen Minderjährige auch gegen den Willen ihrer Eltern abtreiben, brauchen dazu allerdings eine Genehmigung des Gerichts—die meistens erteilt wird.
Alan Shore möchte die Seniorpartnerin der Anwaltsfirma Shirley Schmidt (Candice Bergen) in seinem Team dabeihaben, ganz einfach, weil sie eine Frau ist. Shirley Schmidt googelt dann allerdings ein bisschen und findet heraus: In China haben Abtreibungen ein klar definiertes Ziel, sie richten sich vor allem gegen weibliche Föten. Da Mädchen in China und Indien weniger gelten als Jungen, werden Millionen von ihnen schon im Mutterleib umgebracht. Shirkey Schmidt fällt daraufhin ihrem Kollegen Alan Shore vor Gericht unkollegial, aber hinreißend in den Rücken. Sie hält ein flammendes Plädoyer, dass sie—gerade als Feministin—diesen Massenmord an Mädchen nicht auch noch in Amerika dulden möchte.
Die Richterin zollt ihrem moralischen Mut Respekt und entscheidet dann trotzdem zugunsten des 15-jährigen Mädchen. Sie habe das Recht, die Abtreibung vornehmen zu lassen. “Wollen Sie”, so fragt die Richterin an Shirkey Schmidt gewandt, “dem Staat das Recht geben, die Motive für eine Abtreibung schnüffelnd zu ergründen?” Wenn ich mich richtig erinnere, sagt die Richterin sogar: dem “federal state”, also dem Bundesstaat, soll heißen: diesen Typen in Washington, die sich gefälligst so wenig wie möglich in unsere inneren Angelegenheiten in Massachusetts einmischen sollen.
Nein, ich will hier keinen Streit über Abtreibungen und China lostreten. Darum geht es gar nicht. Es geht mir um das amerikanische Grundmisstrauen gegenüber dem Staat (jedem Staat, besonders dem eigenen). Dieses Misstrauen ist so groß, dass man lieber eine mörderische kulturelle Praxis duldet, als dass man die Zentralgewalt stärken würde.
Richtig oder falsch? 


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Das Comeback der 1980er Jahre in Australien

28. July 2010 - 20:48
(Dr. Oliver Marc Hartwich)

Die 1980er Jahre waren eine Zeit, in der man sich in Europa noch Pseudoprobleme leisten konnte. Die Furcht vor dem Ende der Arbeit, diverse Hormonskandale in der Landwirtschaft und verstrahltes Molkepulver hielten Heerscharen von Journalisten und Politikern in ihrem Bann.

Dummerweise verpasste man es so, sich mit den eigentlichen Zukunftsfragen Alterung, Staatsfinanzen und Integration zu befassen. Man sah den Wald vor lauter Waldsterben nicht.

Nun wiederholt sich die Geschichte in Australien. Statt sich mit den fundamentalen Herausforderungen einer alternden, westlichen Bevölkerung inmitten der asiatischen Wachstumsregion auseinanderzusetzen, führen die Regierungschefin und ihr Herausforderer einen weitgehend inhaltsleeren und von Phrasen bestimmten Wahlkampf. Das könnte sich rächen.

Europe’s lesson too late?

Does history repeat itself? If you believe the great American writer Mark Twain it doesn’t, but at best it sometimes rhymes. English essayist Max Beerbohm went one step further. According to him, it is only the historians repeating one another.

And yet, despite the widespread claims of history’s one-way street, Australia’s present has an eerie resemblance to the past. Not Australia’s past, to be sure. For anyone with a remote memory of Europe’s 1980s, contemporary Australia must seem like a weird kind of time-travelling experience.

Not in the superficial sense, of course. Australians have been spared the return of the shoulder pads; we are not spending endless hours reassembling Rubik’s cubes; and we can only hope that Rick Astley’s comeback attempts won’t go anywhere.

Australia is living through a European 1980s revival. The 1980s in countries like Germany, Austria and Italy were a pleasant era to live. They were not perfect, of course, but the economy grew steadily, unemployment was low and manageable and social cohesion was strong.

If this reminds you of today’s Australia, it should. Australia is enjoying a feel-good phase, just like the one Europe experienced 20 to 30 years earlier. It is all the more remarkable since the rest of the developed world, on both sides of the Atlantic, is battling the consequences of the GFC. Tellingly, only the Australians have abbreviated the western world’s deepest crisis in decades with an acronym as if it was something that didn’t need spelling out.

Hier weiterlesen.


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Heuschrecken-Alarm! Zum Dritten, im Ersten

28. July 2010 - 15:25
(Wolfgang Röhl (Gastautor))

Weil er so schön ist, schön doof nämlich, zeigt uns das öffentlich-rechtliche Fernsehen heute zum dritten Mal innerhalb von zwei Wochen den Film „Heimat zu verkaufen“ (ab 18.30 Uhr auf 1Festival). Darin geht es um einen aufrechten Mann, der sich mit seinem wunderschönen Berghotel leider finanziell verhoben hat. Prompt wollen ihn internationale Tourismus-Heuschrecken schlucken, um danach die Landschaft mit Wellness-Hotels, Golfplätzen und Autobahn zu versauen. Der teuflische Plan scheitert natürlich an der Liebe & der Kraft des reinen Bodenständigen. Und dafür haben Sie GEZahlt! An die Heuschrecken vom Ersten.


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Was Hedwig uns über Eva sagt

28. July 2010 - 13:22
(Fundstück)

Hedwig Dohm war eine Frau, die schon vor hundert Jahren moderner war als manche eine deutsche Hausfrau heute – Eva Herman zum Beispiel.

Eva Herman ist eine Frau, deren Käse vor langer Zeit von ihrem Brötchen gefallen ist. Vor Jahren schon hat sie den kleinen Zug nach Dummkopfhausen bestiegen. Deshalb bleibt mir nichts anderes übrig, als dieser ewig-gestrigen Frau mit Hedwig Dohm zu begegnen, einer modernen Frau von gestern.

Hedwig Dohm hatte schon hundert Jahre vor Eva Hermans proklamiertem „Eva Prinzip“, das für die Rolle der Mutter zu Hause steht, da Mutterschaft in der „Weiblichkeit“ der Frau liege und somit die Familie letztlich für „Glück und Zufriedenheit“ einer Frau wichtiger seien als berufliche Karriere und vollständige Unabhängigkeit, die passende Antwort parat. Bis auf den Namen Eva Herman ist alles was nun folgt O-Ton Hedwig Dohm ...Hier weiterlesen.


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Sorry, Prime Minister…

28. July 2010 - 13:10
(Fundstück)

... but you are making a big mistake with your misguided attempt to display your politically correct credentials over the Gaza blockade in Turkey. http://blogs.telegraph.co.uk/news/concoughlin/100048661/david-cameron-is-wrong-about-the-gaza-blockade/


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Na bitte: Deutsche sind Energie-Realisten

28. July 2010 - 11:44
(Dr. Benny Peiser)

In Deutschland wächst einer Forsa-Umfrage zufolge die Zustimmung zur Atomenergie. Angesichts der deutlichen Ergebnisse spricht Forsa-Chef Güllner von einer „regelrechten Entdämonisierung der Kernkraft“. In einer aktuellen Forsa-Umfrage für den FOCUS sagten 81 Prozent der Befragten, auf Kernenergie könne nicht völlig verzichtet werden. Vor fünf Jahren waren nur 59 Prozent dieser Ansicht. Unter den Grünen-Anhängern sind inzwischen 60 Prozent der Meinung, dass die Atomkraft nötig sei, um die Stromversorgung hierzulande zu sichern. Bei den Sympathisanten der Linkspartei teilen 79 Prozent diese Ansicht, bei den SPD-Sympathisanten 81 Prozent, bei der Union 90 Prozent und bei der FDP 93 Prozent. Forsa-Chef Manfred Güllner sah angesichts des Umfrageergebnisses „eine regelrechte Entdämonisierung der Kernkraft sowie deren steigende Akzeptanz bei der Bevölkerung in einem Mix der Energiearten“. 


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