Die Achse des Guten

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Online-Tagebuch der Mitglieder des publizistischen Netzwerks
Updated: 10 min 15 sec ago

Sarrazin weist den Weg

6 hours 43 min ago
(Rainer Bonhorst (Gastautor))

Thilo Sarrazin bleibt der Meister der politischen Unkorrektheit. Er hat zwar seine Epigonen. Roland Koch ("Arbeitspflicht für Hartzer"), Guido Westerwelle ("Schnee schippen") und neuerdings auch seine Parteifreundin Hannelore Kraft ("Straßen reinigen"). Doch er macht allen etwas vor. Keiner hat seinen Output und keiner erreicht seine Eleganz in der Themenwahl.

Damit meine ich nicht seinen Vorschlag an die ärmere Bevölkerung, bei Strommangel kalt zu duschen. Das war kein Florett sondern ein Krummschwert. Zumal der weltgewandte Provokateur wissen sollte, dass man Kaltduschen allenfalls englischen Prinzen auf ihren Eliteinternaten zumuten darf. (Und da wir gerade in England sind: Hier zieht man auch gelegentlich bei Kälte daheim einen Pullover an, weil die undichten antiken Fenster den Ostwind nahezu ungebremst in die stilvollsten Wohnungen hineinblasen lassen. Da nützt auch der viktorianische Kamin wenig, wie der altenglische Kaminwitz belegt: “Vorne schwitzt man und hinten klappert man mit den Zähnen.” Aber das nur am Rande.)

Auch die Idee, Eltern das Kindergeld zu kürzen, deren Nachwuchs die Schulaufgaben schwänzt, ist unnötig brutal: Es weiß doch jeder, dass man Arbeitslosen daheim nicht zumuten kann, die Hausaufgaben ihrer Kinder zu kontrollieren, wenn gerade “Wetten dass...” läuft.

Nein, das alles macht nicht die Meisterschaft des Sarrazin aus. Sein Meisterstück ist die Sache mit den vielen Fernsehsatelliten, die Türksat anpeilen. Diese Geräte haben in dem randständigen Sozialdemokraten den Wunsch geweckt, unsere türkischstämmischen Mitbürger sollten doch nicht immer nur Türksat glotzen und Hürriyet lesen, sondern mehr deutsche Sender einschalten und mehr deutsche Zeitungen konsumieren. Dieser Vorschlag hat es auf subtile Weise in sich.

Denn dieser Wunsch des sonst in den Medien viel und heftig getadelten Sarrazin bringt uns deutsche Journalisten in Bedrängnis. So sehr wir Sarrazin routinemäßig verdammen möchten, er spricht uns in dieser Sache auf geradezu hinterhältige Weise aus der Seele. Seit Jahren versuchen deutsche Redaktionen, das türkisch-sprachige Millionenpublikum in die heimische Medienlandschaft zu locken. Vergebens. Sie lesen uns nicht und sie glotzen uns nicht. Und nun weist ausgerechnet Sarrazin den Weg. Aber wie soll er beschritten werden?

Am ehesten noch ließe sich eine deutsche Fernsehpflicht verwirklichen. Die Öffentlich-Rechtlichen haben ohnehin im ganzen Land ihre Späh-Fahrzuge positioniert. Es wäre für sie ein Leichtes, nicht nur Schwarzseher sondern auch Türksat-Seher zu jagen und auf die rechte Bahn zu bringen. Aber auch für die Zeitungen ließe sich mit Hilfe des Gesetzgebers ein Weg finden. Es müsste nur eine Zwangsintegration im Printbereich eingeführt werden: Wer die Hürriyet kaufen will, darf dies nur im Verbund mit einer deutschen Zeitung freier Wahl tun. Man könnte zwar nicht ganz ausschließen, dass das türkische Kampfblatt als Bückware einzeln und ohne deutsches Beipack, also schwarz angeboten würde. Aber dieses Problem ließe sich in Grenzen halten.

Kurz: Sarrazins Türksat-Tadel ist ganz im Sinne des deutschen Journalismus und wir können nicht umhin, wir müssen ihn diesmal, weil in eigener Sache, als weitsichtigen Retter der kriselnden Medienszene loben, wenn nicht gar ins Herz schließen. Noch so eine rettende Idee, und wir gehen für ihn durch dick und dünn, im Zweifel sogar unter eine kalte Dusche.

Er ist eben - auf irgendwie heimtückische Weise - der Meister. 


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Sind doch bloß Spiele

8 hours 50 min ago
(Gastautor)

Von Malte Lehming

Wir sind wahnsinnig vorsichtig, wenn es um unsere Kinder geht, wir passen auf mit Nikotin und Schadstoffen, das Spielzeug hat extra abgerundete Ecken und überall gibt es Jugendschutz. Trotzdem lassen wir zu, dass unsere Kinder sich stundenlang damit beschäftigen, wie man andere Menschen umbringt. Und dann erwarten wir, dass es sie überhaupt nicht verändert, nicht betrifft! Das ist eine grenzenlose Gleichgültigkeit und Naivität.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Winnenden-Amoklauf;art141,3053761


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Schalom, Frau Pau!

9 hours 18 min ago
(Henryk M. Broder)

Sie sind doch eine Gute. Sie haben eine kritische Haltung zur DDR und auch einen klaren Blick auf die Mißstände in der Bundesrepublik, vor allem wenn es um Antisemtismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus geht. Wo immer der toten Juden gedacht wird, sind sie dabei, mahnen zur Wachsamkeit und Zivilcourage, damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Sie haben am 28. Mai 2008 im Bundestag eine Rede zum 60. Jahrestag der Gründung Israels gehalten, in der Sie u.a. gesagt haben:

“Wer das Existenzrecht Israels in Frage stellt, rüttelt am Lebensrecht von Jüdinnen und Juden. Das ist letztlich die logische Konsequenz gerade aus der deutschen Geschichte. Deshalb sollte es im Deutschen Bundestag fraktionsübergreifend keinen Zweifel geben: 60 Jahre Israel ist auch für uns ein wichtiges Jubiläum. Shalom.”
Kurz zuvor haben Sie als Repräsentantin der Bundesrepublik und Ihrer Partei an einer Antisemitismus-Konferenz in Jerusalem teilgenommen. bei der Gelegenheit haben sie u.a. ausgeführt: “Antisemitismus ist kein Problem der Vergangenheit. Er ist aktuell präsent und findet neue Nahrung. Antisemitismus ist eine menschenfeindliche Idologie, die durch niemanden und durch nichts zu rechtfertigen ist.”

Am 12. März letzten Jahres haben Sie an einer Tagung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv über “Das Vermächtnis Rosa Luxemburgs für deutsche und israelische Linke” teilgenommen.

Das alles ist sehr nett und sicher auch verdienstvoll, Sie kommen viel rum und lernen interessante Menschen kennen. Aber wenn es darauf ankommt, sind Sie nicht da oder halten sich vornehm zurück. Wo waren Sie, als ihre Parteifreundinnen Wagenknecht, Buchholz und Dagdelen sitzen blieben, während sich die Abgeordneten zu Ehren von Shimon Peres von den Sitzen erhoben? Haben Sie die Sitzenbleiberinnen anschließend über das Existenzrecht Israels und das Vermächtnis von Rosa Luxemburg belehrt? Als dann 50 Abgeordnete Ihrer Fraktion während der Afghanistan-Debatte aufsprangen und Poster mit den Namen der bei Kundus Getöteten entrollten, da weilten Sie gerade in Ihrer Eigenschaft als Vize-Präsidentin des Bundestages in Prag. Schade, es wäre schön gewesen, wenn Sie zusammen mit ihren Freunden des Saales verwiesen worden wären und noch schöner, wenn Sie selber die Sitzung geleitet hätten.

Könnte es sein, dass sie ein wenig Dr. Jekyll und Mr. Hyde spielen? Oder “good cop and bad cop” wie in einem amerikanischen Krimi? Die brave Parteisoldatin nach innen und die parteikritische Reformerin nach außen. Wie finden Sie zum Beispiel die Auftritte ihres Parteifreundes Hermann Dierkes, der das von Ihnen so vehement verteidigte Existenzrecht Israels “läppisch” nennt? Haben Sie diesen lupenreinen Antisemiten, der Hohmann und Möllemann links überholt hat, zurechtgewiesen?

Oder haben Sie es noch vor, möglichst vor Ihrer nächsten Reise nach Jerusalem, wo Sie dann über den Antisemitismus “als eine menschenfeindliche Idologie” sprechen werden, “die durch niemanden und durch nichts zu rechtfertigen ist”?

Es sei denn durch eine Politik, mit der die Anti- und die Philosemiten zugleich bedient werden.


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Von wegen “Hope and Glory”

9 hours 41 min ago
(Dr. Oliver Marc Hartwich)

Das britische Pfund hat in den vergangenen Jahren massiv gegenüber Euro und Dollar abgewertet. Das dürfte sich auch nach den Unterhauswahlen fortsetzen, denn keine Partei hat ein Rezept gegen Großbritanniens ausufernde Staatsverschuldung, schreibe ich in meiner Kolumne für den australischen Business Spectator:

No more hope or glory for Britain

The last time the Bank of England had much reason to celebrate was on March 13, 2007. It was on this day that Britain’s central bankers put their stylish new £20 note into circulation, which carries on it a portrait of Adam Smith. At the time, it replaced the increasingly dated looking £20 note that had depicted Edward Elgar, Britain’s most famous composer.

Sadly for sterling, though, the great economist did not turn out to be a lucky charm. Since the day that the Bank of England dropped the composer of the music for Land of Hope and Glory, the British currency lost much of its value – 22 per cent against the US dollar, 24 per cent against the troubled euro and even 33 per cent against the Australian dollar. That’s bad enough, but much worse is to come if the country does not manage to reassure investors of its fiscal credibility.

Hier weiterlesen.


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Handkäs mit Musik - ohne Rassismus

14 hours 14 min ago
(Fundstück)

Erklärung der Stadtteilgruppe DIE LINKE.-Frankfurt-Nord zu den Vorgängen um den zwischenzeitlich zurückgetretenen Imam der Fatima Zehra Moschee in Frankfurt, Herrn Sabahattin Türkyilmaz. http://www.linke-frankfurt.de/stadtteilgruppen/OGR15/eine-faire-gesellschaft-ohne-rassismus-ist-moeglich


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Wie Pflanzen und Tiere mit dem Klima klarkommen

14 hours 23 min ago
(Michael Miersch)

Eine Klimaerwärmung soll Missernten und Artensterben auslösen, behauptet der Weltklimarat. Doch Forschungsergebnisse sprechen dagegen

Die Goldene Kröte (Bufo periglenes) ist verschwunden. Sie gilt als erste Tierart, die durch den Klimawandel ausstarb. Bis 1994 lebte die Kröte im Hochland Monteverde in Costa Rica, wo aufgrund der globalen Erwärmung Wolken und Nebel immer seltener für die lebensnotwendige Feuchtigkeit sorgten. So lautete bisher die Erklärung. Doch jetzt haben der Klimaforscher Kevin Anchukaitis und der Paläoklimatologe Michael Evans diese Theorie heftig infrage gestellt.
Bisher gingen die Klimadaten vom Monteverde nur zurück bis in die 70er-Jahre. Die beiden Wissenschaftler sammelten Proben aus Baumstämmen, die 100 Jahre zurückreichen, und stellten fest, die Trockenheit ist Folge eines natürlichen Zyklus, der mit dem Auftreten der El-Niño-Strömung im Pazifik zu tun hat. Womöglich sind die Menschen und ihr Kohlendioxid-Ausstoß gar nicht schuld am Verschwinden der Kröte.

Die Zweifel an den Schreckensszenarien des Weltklimarates (IPCC) haben seit der gescheiteren Konferenz in Kopenhagen deutlich zugenommen. Wissenschaftliche Fehler in den Vorhersagen über Unwetter und Gletscherschmelze werden seit Wochen diskutiert. Doch – kaum bemerkt von der Öffentlichkeit – regen sich auch bei einem weiteren großen Klimathema Zweifel: den Folgen einer möglichen Erwärmung auf Landwirtschaft, Pflanzen und Tiere. Auch dazu hatte der IPCC-Bericht Prognosen aufgestellt, und auch daran gibt es Kritik von Experten…Hier weiterlesen


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Zündelnde Ideen

14 hours 33 min ago
(Bernd Zeller)

Thilo Sarrazin zündelt mal wieder, meldet spiegel.de, und verbreitet provokante Ideen. Das Verbreiten provokanter Ideen sollte wirklich unter Strafe gestellt werden oder zumindest zum Ausschluss aus der SPD führen. Diesmal ist es Folgendes: Wenn die Hausaufgaben wiederholt nicht gemacht werden, solle das Kindergeld um fünfzig Prozent gekürzt werden.
So was kommt bei Journalisten natürlich nicht gut an, Hausaufgaben verlangen—aber das soll populistisch sein? Hausaufgaben will niemand.
Das Erschreckende an der neuen Sarrazin-These ist aber die Frage: Wo lebt der Mann? Denkt der, in Problembezirken kontrollieren die Lehrer noch Hausaufgaben, vielleicht noch bei denen, die vom Kindergeld leben?


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TV-Kritik: Die APPD als Insel der Zurechnungsfähigkeit in einem Meer des Gebrülls

16 hours 56 min ago
(David Harnasch)

Maischberger gesehen letzte Woche. Hörsturz erlitten. Und mich über einen sehr aufgeräumten Anarchisten gefreut. Hier im Video.


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Antisemit oder Arschloch? Oder beides?

17 hours 3 min ago
(Henryk M. Broder)

Was bringt einen erfolglosen und bedeutungslosen Duisburger Kommunalkpolitiker dazu, sich über Israel zu echauffieren, als stünde seine eigene Existenz auf dem Spiel? Was bringt ihn dazu, das Existenzrecht Israels als “läppisch” zu bezeichnen und Sätze zu sagen wie diese: “Was ich in Zweifel ziehe und zwar ganz energisch, dass Israel sich definieren will als jüdischer Staat… Sie organisieren systematisch die Feindschaft der gesamten Umgebung, unterdrücken die Palästinenser und beklagen sich dann, wenn diese selbst gebastelten Kunstdünger-Raketen auf Sderot fliegen. Das ist doch wirklich verlogen, das Ganze.”
Sonst hat der Mann keine Sorgen. Seiner Familie gehts gut, es gibt keine Arbeitslosigkeit in Duisburg und seine Partei steht kurz vor der Machtergreifung. Deswegen kann er sich so ausgiebig und lustvoll mit Israel beschäftigen. Wenn Sie sehen wollen, wie sich ein lupenreiner Antisemit in Rage redet, dann klicken sie hier.

Siehe auch:  Judenfeindschaft von links
http://www.welt.de/welt_print/article3283152/Judenfeindschaft-von-links.html


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130 Prozent für die Demokratie

17 hours 18 min ago
(Vince Ebert (Gastautor))

Was ist der Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur? Churchill sagte: Ich sammle Witze, die Menschen über mich machen. Stalin sagte: ich sammle Menschen, die Witze über mich machen. Genau genommen ist Demokratie keine Regierungsform, sondern ein Verfahren zur Eindämmung von Macht. Denn viele Politiker sind wie Windeln. Sie müssen regelmäßig ausgewechselt werden. Und zwar aus dem gleichen Grund.
Angefangen hat die demokratische Idee im alten Griechenland. Mit den ein oder anderen Kinderkrankheit. Socrates zum Beispiel wurde von seinem eigenen Volk per Abstimmung zum Tode verurteilt, weil den Athenern sein philosophisches Geschwafel auf den Geist gegangen ist. Seitdem ist bekannt: Der Schierlingsbecher hat einen bitteren Nachgeschmack. Alles in alles eine sehr demokratische, aber keine besonders humane Entscheidung. Wobei wir nicht wirklich wissen, wie nervtötend sein Geschwafel wirklich war.
Die bloße Tatsache, dass der Wille des Volkes in einer freien Wahl zum Ausdruck kommt, heißt erst mal nicht sehr viel. Im Grunde genommen bedeutet Demokratie lediglich, dass zehn Füchse und ein Hase darüber abstimmen können, was es zum Abendessen gibt. Freiheit dagegen bedeutet, wenn Meister Lampe mit einer Schrotflinte zur Abstimmung kommt.
Daher ist es auch ein großes Problem, wenn man Völker demokratisieren möchte, die nie gelernt haben, mit Freiheitsrechten umzugehen. Man kann nicht einfach irgendwo einmarschieren, den Diktator entmachten, freie Wahlen abhalten und dann glauben, alles ist in Butter. Wenn eine Gesellschaft nie gelernt hat, mit Presse-, Religions- und Meinungsfreiheit umzugehen, führen freie Wahlen unter Umständen zu noch viel schlimmeren Regimen.
Wobei in Afghanistan die letzten freien Wahlen wirklich sehr gut liefen. Dort kamen Regierung und Opposition gemeinsam auf sensationelle 130 Prozent!
Jetzt sagen Sie vielleicht „Naja, ist ja alles gut und schön, aber es dürfen halt eben auch die Dumpfbacken wählen.“ Aber ist das wirklich so schlimm? Vor etwa 100 Jahren führte der Wissenschaftler Sir Francis Galton ein interessantes Experiment durch. Er lies eine Gruppe von 800 Menschen das Gewicht eines Ochsens schätzen. Erstaunlicherweise betrug der daraus ermittelte Durchschnittswert bis auf wenige Gramm dem tatsächlichen Gewicht des Tieres. Ganz ähnlich verhält es sich in der Demokratie: Im Schnitt ist die große Masse vielleicht nicht sonderlich intelligent, aber was sie auf jeden Fall erkennt, sind die Ochsen.
Lohnt es sich wirklich, als Wähler besonders gut informiert zu sein? Die verblüffende Schlussfolgerung lautet: Nein! Da die Stimme eines Einzelnen kaum eine Chance hat, das Wahlergebnis wirklich zu beeinflussen, spielt es auch kaum eine Rolle, ob es sich dabei um eine gut oder schlecht informierte Stimme handelt. Wozu sich einen Kopf machen? Angenommen, Sie haben bei der letzten Bundestagswahl FDP gewählt, weil sie gehofft haben, dass Westerwelle nach dem Wahlsieg einen flächendeckenden Mindestlohn von 35 Euro einführt. Dann kostete sie dieser Fehler keinen müden Cent, denn ihre Einzelstimme war ja sowieso nicht wahlentscheidend. Das ist der Grund, weshalb sich ziemlich wenige Menschen Parteiprogramme durchlesen und sich stattdessen für andere Dinge interessieren. Bei der US-Präsidentschaftswahl 1992 war die bekannteste Tatsache von Bush, dass er Broccoli hasste. Fast alle Amis wussten, dass sein Hund Millie hieß. Einige Amerikaner glauben sogar bis zum heutigen Tag, der Vorname von Bush ist „Fuck“.


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Das Klima-Puzzle fügt sich weiter zusammen

19 hours 37 min ago
(Dirk Maxeiner)

Heute muss ein bisschen Eigenwerbung sein. Soeben ist die aktualisierte Ausgabe meines Buches “Hurra, wir retten die Welt - Wie Politik und Medien mit der Klimaforschung umspringen” erschienen. Aus diesem Anlass hier ein Auszug aus dem Vorwort:

“Keiner mag Rechthaber. Deshalb macht recht haben nicht wirklich Spaß. Besonders dann nicht, wenn sich unangenehme Befürchtungen bestätigen.

Als ich die Aktualisierung dieses Buches in Angriff nahm, stach mir bei der Durchsicht des Textes von 2007 sofort der letzte Absatz des Kapitels „Eine Warmzeit verschwindet“ ins Auge. Darin äußere ich die Befürchtung, der Weltklimarat IPCC und die überschaubare Gruppe der ‚anerkannten’ Klimawissenschaftler, könne allzu starkem Gruppendenken zum Opfer fallen. Informationen, die die konventionelle Weisheit in Frage stellen, würden in solchen Gruppen von vorneherein ausgeschlossen oder als offenkundig falsch abgetan. Und damit wachse die Gefahr „gemeinsam Fehler zu begehen.“ (Siehe Seite 119)

Die Passage formulierte ich, wie gesagt, im Jahre 2007. Drei Jahre später ist aus der Vorahnung bedauerlicherweise Realität geworden. Im Zuge einer Affäre, die seit Ende 2009 als „Climategate“ Schlagzeilen macht, wurden tausende interne E-Mails der britischen Climate Research Unit (CRU) bekannt. Dieses Institut ist eine der zentralen Schaltstellen bei der Erstellung des Berichtes des „Weltklimarates“ IPCC. Und die Korrespondenz einiger der federführenden Wissenschaftler belegt: Statistiken wurden frisiert und nicht ins Bild passende Daten unter den Tisch fallen gelassen oder verheimlicht, Temperaturkurven mit allerlei Tricks auf das gewünschte Resultat hingetrimmt, dissidente Wissenschaftler diskreditiert und aus dem wissenschaftlichen Prozess ausgegrenzt. Nein, die Bestätigung, dass so etwas gleichsam im Herzen der Klimaforschung möglich ist, macht wirklich keinen Spaß.

Der bekannte deutsche Klimaforscher Hans von Storch vom GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht resümiert: „Die CRU-Mails belegen vor allem die Gründung eines Kartells zur Durchsetzung der Sicht und Wahrnehmung seiner Mitglieder, das dafür sorgen soll, dass abweichende Meinungen im wissenschaftlichen Review-Prozess scheitern, und wenn nicht, dann zumindest im IPCC-Prozess keine Rolle spielen“. Die Affäre ist geradezu ein Lehrstück dafür wie Wissenschaftler, die sich zum verlängerten Arm der Politik oder einer Weltanschauung machen, ihre Glaubwürdigkeit verspielen.

Aber es gibt noch eine ganze Reihe anderer Entwicklungen, die das 2007 von mir gezeichnete Bild vervollständigen. An dieser Stelle möchte ich nur die wichtigste nennen: Die Welttemperatur ist mittlerweile seit nunmehr zehn Jahren nicht mehr angestiegen. Das ist für die Klimabetrachtung ein kurzer Zeitraum, aber auch kein Pappenstiel. Daraus resultieren für die etablierte Klimawissenschaft unangenehme Fragen, weil die Schere zwischen Vorhersagen und tatsächlicher Temperaturentwicklung nun seit einem Jahrzehnt immer weiter auseinander geht. Das Klima hält sich partout nicht an die Computermodelle.

Die neuen Erkenntnisse für diese aktualisierte Ausgabe habe ich an die im Jahre 2007 verfassten Kapitel angefügt und kenntlich gemacht. Ich habe dieses Stilmittel ganz bewusst gewählt, weil diese Fortschreibung eine ganz eigene und wie ich finde aufschlussreiche Dramaturgie ergibt. Das 2007 in diesem Buch zusammengefügte Puzzle vervollständigt sich und ergibt ein noch schärferes Bild. Fast wie in einem Krimi. Bislang arbeitete die Zeit für viele Thesen, die ich in diesem Buch thematisiert habe. Aber auch das kann sich wieder ändern, beim Klima weiß man nie. Es geht eben nicht ums Rechthaben, sondern um so etwas wie rationale Distanz zu einer inzwischen völlig irrational gewordenen Debatte. Wie schrieb einst Karl Popper so schön: „Ein Rationalist ist einfach ein Mensch, dem mehr daran liegt zu lernen, als recht zu behalten.“


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Deutsche Firmen machen weiter

20 hours 4 min ago
(Gastautor)

Von Benjamin Weinthal

Die Geschäfte zwischen deutschen Firmen und dem Iran laufen ziemlich gut - weitgehend unbeeindruckt der Forderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Anton Börner, dem Präsidenten des Außenhandelsverbandes BGA, nach strengeren Sanktionen. Das ergab eine Umfrage der WELT unter großen deutschen Konzernen. Auch die Gesamtzahlen für das vergangene Jahr weisen auf wenig verändertes Verhalten bei den deutschen Firmen hin. Während 2009 die deutschen Exporte im Durchschnitt um 18,4 Prozent zurückgingen, lag der Wert für das Geschäft mit dem Iran nur vergleichsweise geringe 5,3 Prozent niedriger. 
http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article6711136/Deutsche-Firmen-weiter-im-Iran-aktiv.html


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Das Klima-Zitat des Tages (44)…

22 hours 37 min ago
(Dirk Maxeiner)

...stammt von Richard P. Feynman: „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ Gefunden von Achse des Guten-Leser Josef Rockinger.


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Die Gewalt der Friedlichen

10. March 2010 - 0:38
(Gastautor)

Von Renzo Spielmann

Historisch gesehen leben wir in einer bemerkenswert friedlichen Welt. Den Besuch einer ganz normalen Kneipe zu Shakespeares Zeiten – einer wie der, in der der Freund und Kollege Christopher Marlowe bei einer Messerstecherei ums Leben kam – würde keiner von uns mehr ertragen. Ebenso wenig wie die ritualisierten Männlichkeitsbezeugungen unter mittelalterlichen Rittern und, in ihrer Nachfolge, den Cliquen junger Adliger, deren exzessive Prügeleien, ja Morde bis weit in die Neuzeit als „Kavaliersdelikte“ zählten und nicht sehr nachdrücklich verfolgt wurden. Ebenso wenig wie die derben Bräuche von Ehrabschneidung und -wiederherstellung unter bürgerlichen Studenten. Dafür schauen wir uns Kinofilme an und spielen Videospiele, vor denen sich unsere Vorfahren wahrscheinlich geekelt hätten. Filme, in denen sich ein Publikum im Fünfminutenabstand köstlich darüber amüsiert, auf welch ausgefallene Arten man Menschen zu Tode bringen kann.
http://www.die-tagespost.de/2008/index.php?option=com_content&task=view&id=100055997&Itemid=1


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Eine saubere Diktatur

10. March 2010 - 0:31
(Fundstück)

So verriet unlängst ein mutmasslicher Überläufer aus dem engsten Umfeld des obersten Führers Chamenei dem britischen «Daily Telegraph», dass das iranische Staatsoberhaupt regelmässig unter Depressionen leide und sich zur Aufheiterung schlüpfrige Witze erzählen lässt.

Anfang 2009 wurde ein Mullah von einer versteckten Kamera gefilmt, wie er mit einer Prostituierten Ehebruch beging. Das Video mit den anzüglichen Bemerkungen des fehlbaren Geistlichen wurde zu einem Renner im Internet. Die spektakulärste Entgleisung leistete sich freilich der ehemalige Polizeichef Teherans. Im April 2008 wurde er in einem Bordell erwischt, wo er sechs Prostituierte gezwungen hatte, nackt vor ihm zu beten. Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen junge Frauen wegen angeblicher moralischer Verfehlungen verhaftet und im Gefängnis von Polizeibeamten vergewaltigt werden.
http://www.20min.ch/news/dossier/iran/story/Sexkomplex-im-Gottesstaat-30448547


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Mission not accomplished

10. March 2010 - 0:16
(Fundstück)

Seven Muslims were arrested in Ireland today over an alleged plot to assassinate a Swedish cartoonist who depicted the Prophet Mohammed with the body of a dog. Al Qaeda put a $100,000 bounty on the head of cartoonist Lars Vilks after a newspaper published his cartoon in July 2007.
http://www.dailymail.co.uk/news/article-1256616/Seven-Muslims-arrested-Ireland-plot-kill-Swedish-cartoonist-drew-Mohammed-body-dog.html
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article7055282.ece
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,682625,00.html
http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/8558022.stm
Wegen Mordplänen gegen den schwedischen Mohammed-Zeichner Lars Vilks ist in den USA eine Frau festgenommen worden. Die schwedischen Zeitungen reagierten darauf mit einer ungewöhnlichen Aktion. http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Mordkomplott-wegen-Karikatur-USA-verhaften-JihadJane/story/22192011

See also:
A pharmacist refused to serve a mother-of-two with a prescription for the contraceptive pill because it went against her religious beliefs.
http://www.dailymail.co.uk/news/article-1256602/Pharmacist-refuses-mother-38-contraceptive-pills-religion.html


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Im Schwarzen Loch

10. March 2010 - 0:11
(Fundstück)

Das Bundesverfassungsgericht hat die in Zürich lebende deutsche Klägerin nicht erhört. Ihre Verfassungsbeschwerde wurde nicht zur Entscheidung angenommen. Sie wollte die Bundesrepublik Deutschland verpflichten, gegen die Versuchsreihen der Europäischen Organisation für kernphysikalische Forschung (Cern) vorzugehen. Dort können nach einer in der Wissenschaft diskutierten Theorie kleine Schwarze Löcher erzeugt werden. Die Beschwerdeführerin befürchtet gar eine Zerstörung der Erde durch die geplante Versuchsreihe. Deutschland müsse einschreiten, jedenfalls so lange, wie die Warnung, die Erde könne zerstört werden, nicht empirisch widerlegt sei. http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~E5F2BE9D2CE88471AACF43CD83635BDE4~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Deutsches Verfassungsgericht will die Welt nicht retten
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/deutsches_verfassungsgericht_will_die_welt_nicht_retten_1.5177505.html


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So poppte das Reich. Und der “Spiegel” pennt

9. March 2010 - 22:07
(Wolfgang Röhl (Gastautor))

Was hat uns „FH“, wie er in seinen leider nicht völlig authentischen Tagebüchern firmierte, nicht schon alles geschenkt! Uns, den Nachgeborenen, wie wir gern Zeitgeschichtliches ferngucken. Hitlers Helfer, Hunde, Hinterglasmalereien, alles schon da gewesen, oder es wird von Guido Knopp derzeit sendereif gemacht. Hitlers Hasen, wie der Bajuware sie nennen würde, waren am 9. März im RBB zu besichtigen – total goile doitsche Mädels bei diesen sexy BDM-Übungen (die extrakurzen Röckchen verdecken ja kaum, „was drunter ist“, hö, hö). Ferner erotische Bilder arischer Schönheiten beiderlei Geschlechts (ja, auch unsere Schwulen kamen nicht zu kurz!) sowie erotische „Privatfilme aus den 30er-Jahren“ (mein lieber Himmler!). Und vieles Anregendes mehr…


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Heiteres Pädophilen-Raten

9. March 2010 - 19:14
(Walter Schmidt (Gastautor))

Vom wem stammt das folgende Zitat:

a)Paul Geheeb
b)Hartmut von Hentig
c)Volker Beck
d)Daniel Cohn-Bendit?

“Ich habe in diesem Kindergarten zwei Jahre lang gearbeitet. Dort waren Kinder zwischen 2 und 5 Jahren - eine phantastische Erfahrung…
Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an.
Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von 5 Jahren schon gelernt hatten, mich anzumachen…
Es ist mir mehrfach passiert, daß einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln.”

Der Gewinner dieses kleinen Preisausschreibens darf sein Kind demnächst kostenlos in der Odenwaldschule parken, damit es dort ähnlich spannende Erfahrungen machen darf, unter reformpädagogischer Aufsicht, versteht sich.


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Davidstern mit Gebiss

9. March 2010 - 14:01
(Gastautor)

Von Clemens Heni

Im Sommer 2009 machte die Yale University Press Schlagzeilen, als der renommierte Verlag die weltbekannten Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung »Jylland Posten« aus einem Buch, das sich mit diesen Karikaturen befasst, zensierte. Das wurde unter anderem als möglicher vorauseilender Gehorsam gegenüber arabischen Geldgebern interpretiert, da bekanntermaßen Saudische Prinzen massiv Geld in den akademischen Betrieb in USA investieren, meist im Bereich Nahostforschung, Islamforschung oder »christlich-muslimischer Dialog«.23) Der Antisemitismus z. B. Saudi-Arabiens und seiner Schulbücher etc. stellt für die Verantwortlichen dabei kein Hindernis dar. Und sodann schließt sich ein Kreis, wenn der Antisemitismus der 1930/40er Jahre, der zumal in der New York Times zu einer grotesken Berichterstattung über den Holocaust führte24), ein Echo erhält: Ende März 2009 publizierte die »New York Times« zusammen mit anderen Zeitungen wie der »Washington Post«, einen Cartoon des Zeichners Pat Oliphant, dem wohl weltweit berühmtesten und einflussreichsten Karikaturisten. Dieser Cartoon zeigt einen kopflosen Kämpfer mit Schwert und Nazi-Stiefeln, der einen großen Davidstern vor sich schiebt. Der Davidstern hat ein fürchterliches Gebiss, das nach einer in der unteren rechten Ecke stehenden Frau mit Kind, die mit »Gaza« identifiziert werden, giert. Der blutleckende, monstermäßige Zionstern – in der Tradition des SS-Staates sowie der »Kreuzzügler « (für die das Schwert stehen mag) – ist zum Symbol für »den Juden« geworden. Wenige Tage später übernahm die Terrororganisation Hezbollah im Libanon diese Karikatur auf ihre Internet-Seite für antisemitische Cartoons …25)
http://clemensheni.wordpress.com/2010/03/09/antisemitismus-in-den-usa-seit-1945/

Siehe auch:
http://www.bloggersperlapace.net/bloggersperlapace/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=2109


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